DVCK e.V.

Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur

Staat zerstört Kloster und Friedhof in Vietnam

Der Bischof der Diözese Vinh Long hat gegen den Abriss eines Klosters protestiert. Bischof Thomas Nguyen Van Tan erinnerte daran, dass in seinem Bistum bereits vor Kurzem ein katholischer Friedhof zerstört wurde, um auf dem Gelände einen Park zu bauen. Nun plane der vietnamesische Staat ein ähnliches Projekt beim Sankt-Paul-von-Chartres-Kloster. Die ersten Abrissarbeiten beim Konvent seien bereits gestartet. (asianews) 02.11.09

Christen weltweit am stärksten verfolgt

Weltweit werden rund 250 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Im Westen nehme man diese Entwicklung aber viel zu wenig wahr, betonten jetzt christliche Organisationen in Wien. 75 Prozent aller wegen ihrer Religion verfolgten Menschen seien Christen. Antonius Leitner von „Christian Solidarity International“:

„Viele Christen in über 50 Ländern der Welt dürfen keine Gottesdienste feiern, keine Kirchen bauen. Das alleine widerspricht den Menschenrechten. Viele Christen werden festgenommen, manche geschlagen, gefoltert, nicht wenige sogar ermordet: Wir gehen davon aus, dass jedes Jahr 175.000 Christen wegen ihres Glaubens sterben.“

Unterdrückung und Verfolgung gebe es vor allem im arabischen Raum, in Südamerika, Indien, China und Nord-Korea. Während für die Kirche in China inzwischen bessere Zeiten angebrochen sind, seien vor allem in Nordkorea die Zustände katastrophal, beklagte Herbert Rechberger von „Kirche in Not“:

„Das kommunistische Regime unter Kim Jong Il behauptet ja, im Land herrsche Religionsfreiheit. Die Realität aber sieht anders aus. Nach einem Bericht der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit werden Sicherheits- und Geheimdienstmitarbeiter theologisch geschult und angewiesen, sich als Christen auszugeben, um sich Zugang zu Gebetsversammlungen im Untergrund zu verschaffen. Schätzungen gehen von 50.000 bis 70.000 inhaftierten Christen aus. Nach Angaben früherer Aufseher gibt es Fälle, in denen Christen in Lagern vor ihrer Erschießung ihre eigenen Gräber ausheben müssen. Nordkorea gilt als das Land mit der stärksten Christenverfolgung in den kommunistischen Ländern.“ (kap/studio omega) 29.05.09

Haftstrafe für Neuchristen im Iran

Drei zum Christentum konvertierte Iraner sind zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil wurde bereits am 10. März verhängt, doch die Nachricht wurde erst jetzt bekannt. Das teilt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit. Nach dem im Iran geltenden islamischen Recht könnten Personen, die vom Islam abfallen oder andere dazu verleiten, mit dem Tod bestraft werden, so die Menschenrechtsorganisation. - Die drei Männer Seyed Allaedin Hussein, Homayoon Shokouhi und Seyed Amir Hussein Bob-Annari waren im Mai 2008 von Sicherheitskräften am Flughafen von Shiraz festgenommen worden. Sie waren auf dem Weg nach Dubai, um dort an einem christlichen Eheseminar teilzunehmen. (pm) 020409

Christenverfolgung in Nordkores

Christen haben eine Gebetskampagne für ihr Land und für mehr Möglichkeiten zur Evangelisation gestartet. Das berichtet das internationale Hilfswerk "Open Doors".

In Nordkorea ist die Christenverfolgung derzeit weltweit am schlimmsten. Bis zu 70.000 Christen würden in über 30 Arbeits- und Straflagern gefangen gehalten, berichtet das Hilfswerk. Es schätzt, dass zwischen 200.000 bis 400.000 Christen im Untergrund leben. Daneben gibt es einige staatlich registrierte Kirchen mit rund 12.000 Mitgliedern. Anlass für die Gebetskampagne sei die materielle und geistliche Krise des Landes. Viele Menschen stürben an Unterernährung. Laut "Open Doors" hält Nordkoreas Regierung das Christentum für eine der größten Gefährdungen des totalitären Regimes. (idea) 11.04.09

Katholische Kirche in Bahrain

Der König von Bahrain hat der katholischen Kirche ein Grundstück geschenkt, um in dem Golfstaat ein weiteres Gotteshaus zu errichten. Erst am 18. Dezember hatte Papst Benedikt XVI. gegenüber dem neuen - und ersten - bahrainischen Botschafter beim Heiligen Stuhl den Wunsch nach der Errichtung einer Kirche geäußert. Im Königreich leben rund 80.000 Katholiken, vor allem aus Asien eingewanderte Arbeiter. Bahrain war der erste Golfstaat, der 1939 den Bau einer katholischen Kirche erlaubte. Die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem arabischen Königreich haben 2008 bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Neben dem Amtsantritt des bahrainischen Botschafters am Vatikan kam es im Juli 2008 auch zu einem Treffen mit dem König Hamad bin Isa Al Khalifa. Dabei lud dieser den Papst offiziell nach Bahrain ein. (asianews) rv 05.01.09

Christen im Kongo massenweise ermordet

Caritas zu LRA, "Schlimmer geht es nicht"

Die Zahl der Todesopfer in einigen Dörfern im Norden der Demokratischen Republik Kongo könnte weit größer sein, als bisher angenommen. Das berichtet jetzt Caritas Internationalis. Nach ugandischen Angaben hatten die Rebellen der ugandischen "Lord's Resistance Army" (LRA) im Nordosten 45 Gottesdienstbesucher mit Macheten niedergemetzelt. Insgesamt war nach Attacken der Rebellen in den Weihnachtstagen bislang von 200 Todesopfern die Rede.

Patrick Nicholson, Sprecher von Caritas Internationalis, sagt gegenüber Radio Vatikan: "Am Weihnachtstag und in den Tagen darauf haben die Männer der LRA, der Lord's Resistance Army, in einer Gewaltwelle bei einem Weihnachtskonzert, bei Gottesdiensten und in katholischen Kirchen mehr als 400 Menschen auf ganz grausame Weise getötet."

Die LRA ist seit Jahren im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas aktiv. Die Armeen Ugandas, des Kongos und des Sudans hatten Anfang Dezember eine gemeinsame Militäraktion gegen die LRA gestartet. Die Anschläge jetzt könnten eine Vergeltungstat sein, meint der Caritassprecher.

"Das ist eine kleine Gruppe Menschen, geführt von Joseph Kony. Sie verschanzen sich in den Urwäldern und verüben extrem rohe und gewaltsame Anschläge. Die Bilder aus dem Kongo zeigen, dass es kaum schlimmer geht. Leichname in Kirchen, abgehackte Köpfe..." (rv 30.12.08)

"Die Zeit des Schwertes ist über die Christen gekommen"

Irakische Christen werden mit unvorstellbarer Grausamkeit von Muslimen verfolgt, gefoltert und umgebracht. Auszüge aus einem aktuellen Bericht der syrisch-orthodoxen Ordensfrau Hatune, aufgezeichnet im Mai 2008 von Dr. Peter Düren, Referent beim Bistum Augsburg.


"Der unvorstellbare Hass der Muslime in dem von den christlichen Amerikanern besetzten Land zielt vor allem auf die Besatzer, entlädt sich jedoch auch an den übrigen Christen, die als gebildete Einheimische von den Amerikanern bevorzugt werden. Schwester Hatune berichtet von dem Fall einer 42-jährigen irakischen Mutter von zwei Kindern, die als Putzfrau bei Amerikanern im Irak arbeitete. Als sie aus dem Haus kam, wurde sie erschossen, doch nicht mit einer oder zwei Kugeln, sondern mit 42 Kugeln; dermaßen groß sei der Hass auf die Christen, die ihnen, wie sie meinen, Land und Öl weggenommen hätten. So mischen sich in den Mordattentaten politische und religiöse Motive.

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Insgesamt begegnete die Ordensschwester 202 vergewaltigten Mädchen und jungen Frauen zwischen 5 und 25 Jahren, Christinnen aus dem Irak, die systematisch von militanten Muslimen geschändet wurden. Sogar in der Moschee werde gepredigt: „Es ist die Zeit des Schwertes über die Christen gekommen."

Verfolgung von Christen im Irak

Bis jetzt seien drei chaldäische Priester ermordet und acht weitere entführt worden, heißt es. In letzter Zeit werde eine religiöse und ethnische Säuberungskampagne gegen die Christen im Irak durchgeführt. Zudem seien mehr als 16 Kirchen in Brand gesteckt worden. Von den Kirchtürmen würden die Kreuze entfernt. Christen müssten eine Kopfsteuer bezahlen. Viele würden gezwungen, entweder ihren Glauben zu verleugnen und sich zum Islam zu bekennen oder das Land zu verlassen.
Bis jetzt seien drei chaldäische Priester ermordet und acht weitere entführt worden, heißt es. In letzter Zeit werde eine religiöse und ethnische Säuberungskampagne gegen die Christen im Irak durchgeführt. Zudem seien mehr als 16 Kirchen in Brand gesteckt worden. Von den Kirchtürmen würden die Kreuze entfernt. Christen müssten eine Kopfsteuer bezahlen. Viele würden gezwungen, entweder ihren Glauben zu verleugnen und sich zum Islam zu bekennen oder das Land zu verlassen.

http://www.igfm.de/Verfolgte-Christen-Aktuell-1-2008.1117.0.html

Indien: Das Drama geht weiter - unbemerkt

Tausende von Christen flüchten in Indien in die Wälder, um Schutz vor der Gewalt durch extremistische Hindu-Banden zu suchen - und die Welt guckt zu. Trotz erhöhter Polizei-Präsenz und beruhigenden Reden in Neu-Delhi sind Christen in mehreren indischen Bundesstaaten weiter schutzlos systematischen Angriffen ausgesetzt, sagt Bernardo Cervellera, Leiter der Vatikan-nahen Nachrichtenagentur "Asianews".

 

"Die Lage ist tragisch in Indien: jeden Tag Morde, jeden Tag Zwangs-"Bekehrungen" zum Hinduismus unter Waffengewalt. Es gibt schon viele Märtyrer, die einen solchen Schritt verweigert haben und deswegen umgebracht worden sind. Dann sind da die vielen Obdachlosen: Menschen, die geflohen sind, weil man ihre Häuser zerstört hat, und die jetzt im Bundesstaat Orissa in den Wäldern leben - mit Krankheiten und ohne Nahrung, mindestens 30.000 Menschen. Und dann sind da die Christen in Flüchtlingslagern, wo sie ebenfalls von Hindu-Radikalen angegriffen werden. Eine wirklich sehr tragische Lage und nicht ohne böse Ironie, denn ausgelöst wurde das alles dadurch, dass Hindus die Christen des Mordes an einem Hinduführer beschuldigten, und dann kam raus, dass stattdessen Maoisten diesen Mord begangen hatten. Ein völlig ungerechtes Blutvergießen."

Im Vatikan sieht man mit Schrecken, wie die dramatischen Nachrichten aus Indien von der Weltöffentlichkeit so gut wie gar nicht wahrgenommen werden. "Heutzutage gibt es Kampagnen für Tierschutz und alles mögliche", sagt Erzbischof Angelo Amato von der Heiligsprechungs-Kongregation, "nur für bedrohte Christen gibt es keine Kampagnen." Pater Cervellera hat dafür eine Erklärung parat:

 

"Die indischen Politiker, egal ob auf Bundes- oder auf lokalem Level, haben politische Motive, die sie dazu anhalten, bloß nicht zu viel zu tun, denn es stehen Wahlen vor der Tür, und da darf man Hindu-Wähler nicht vergrätzen. Das geschieht dann eben um den Preis, dass Christen abgeschlachtet werden. Aber was die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft und vor allem des Westens betrifft - da ist es so, dass Gewalt gegen Christen oft als sekundäres Problem gilt. Religionsfreiheit - und damit auch das Leben von Christen - scheint weniger wichtig als Wirtschaft oder Politik. Gott wird ja auch im Westen langsam eliminiert, so dass man denkt: Wenn auch diese religiösen Gemeinschaften massakriert werden, ist das doch nicht so wichtig, denn die Welt besteht letztlich doch aus der Macht des Geldes und der Wirtschaft." (rv)07.10.08

Christenverfolgung in Algier

Seit zwei Jahren sehen sich die rund 11 000 Christen in Algerien zunehmenden Repressionen ausgesetzt.
Im Februar 2006 verabschiedete das Parlament  eine neues Religionsgesetz, in dem Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldstrafen von bis zu 10 000 Euro demjenigen drohen, der „einen Muslim anstiftet, zwingt oder verführt, zu einer anderen Religion überzutreten“. Auch die Herstellung und die Verbreitung von Dokumenten, die den „muslimischen Glauben aushöhlen“ ist strafbar.

Vier christliche Konvertiten sind wegen illegaler Religionsausübung in Tiaret zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden. Sie wurden angeklagt in einer Privatwohnung einen Gottesdienst gefeiert zu haben.
Eine konvertierte Lehrerin soll für drei Jahre in Gefängnis, weil sie ein Dutzend Bibeln in ihrem Gepäck mit sich führte. Sie wurde in einem Reisebus festgenommen. Weitere zwei Konvertiten sind zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie „illegal“ religiös aktiv gewesen sein sollen.
Im Februar 2008 wurde der katholische Priester Pierre Wallez verurteilt, weil er mit illegalen afrikanischen Einwanderern eine Messe gefeiert hatte. Das neue Gesetz verbietet nämlich auch religöse Veranstaltungen an Orten, die nicht vorher von den Sicherheitsbehörden genehmigt wurden. Mehr als 20 christliche Versammlungsorte wurde in letzter Zeit von sicherheitskräften geschlossen, berichten Christliche Organisationen.
Auch die Visaerteilung sei schwieriger geworden. Nach 45 Jahren in Algerien wurde der protestantische Pastor Hugh Johnson ohne angabe von Gründen aufgefordert das Land zu verlassen. (aus FAZ 05.06.08)

Pakistan:

 Christen leben unsicher

LAHORE, 20. September 2007 (ZENIT.org).- In Pakistan häufen sich die Übergriffe gegen Christen. Vor allem im Nordwesten des Landes werden immer mehr Christen unter Androhung von Gewalt dazu aufgefordert, sich zum Islam zu bekehren.

Die nationale Bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden hat Alarm geschlagen und hervorgehoben, dass der Friede in Pakistan nur dann wiederhergestellt werden könne, wenn die Problemfragen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte angegangen gelöst würden.

„Christliche Minderheiten fühlen sich in der Provinz bedroht und terrorisiert. Viele Familien haben ihre Heimat verlassen, und ihre Zahl nimmt nach den Ereignissen in der Moschee in Islamabad zu“, heißt es in einem entsprechenden Kommissionsbericht, der von der Nachrichtenagentur „Fides“ verbreitet wurde.

„Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“

Initiative der Deutschen Bischofskonferenz

Laut Nachriichtenagentur ZENIT (ZENIT.org) veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz eine Informationsbroschüre „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“. Am 13. September wird Kardinal Lehmann die Broschüre in Berlin vorstellen. Ab diesem Tag kann sie im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Fax: 0228/103330, Mail: (broschueren@dbk.de) bestellt werden.

Im Mittelpunkt steht die Beschreibung der Lage der Christen im Nahen Osten: Israel, Ägypten, Palästina und dem Irak.

Christen als Freiwild

Wird in Pakistan eine Christin von einem muslimischen Mann vergewaltigt, geht der nach geltendem Recht fast immer straffrei aus. Damit ein Richter der Frau glaubt, müsste die nämlich vier männliche Muslime als Zeugen aufbieten. Daher sind pakistanische Christinnen faktisch Freiwild. Dies ist einer von vielen Skandalen, die sich hinter dem Begriff "Christenverfolgung" verbergen, der nun wieder en vogue ist: Gestern wurden auf den Philippinen sieben Christen von Muslim-Extremisten geköpft, und am Mittwoch schnitten türkische Islamisten drei Anhängern Jesu die Kehle durch.
Fast wöchentlich könnte man ähnliche Schauergeschichten erzählen: über christliche Konvertiten, die in Nigeria von einer Muslim-Meute totgeschlagen wurden. Über Pfarrer in Vietnam und Ägypten, die in Psychiatrien eingewiesen wurden, weil sie von ihrem Glauben sprachen. Oder über Christen, die von buddhistischen Mönchen in Sri Lanka wegen Missionsversuchen blutig geprügelt wurden.
Erstaunlich ist nur: Über all diese Skandale klagen und zürnen wir keineswegs wöchentlich. Politiker, Medienschaffende und sogar Kirchenleute scheuen sich oft, auch nur anzusprechen, dass laut Menschenrechtlern rund 75 Prozent aller religiös Verfolgten auf der Welt Christen sind.
Selbst Vertreter der katholischen Kirche beschwichtigen, die Morde in der Türkei hätten nur mit Nervosität vor dem Wahlkampf zu tun. Aber auch die EU nutzt ihren Einfluss kaum, um einen Politik- und Klimawechsel in der Türkei einzuklagen. Dabei muss man schon fragen: Welchen Sinn ergeben Beitrittsverhandlungen mit einer Regierung, die eine paranoid-antichristliche Stimmung schürt? Und warum sollte irgendeine Regierung der Welt angesichts solch kraftloser Reaktionen ihre Politik ändern?
Allein die USA riskieren bisweilen diplomatische Verstimmungen, um auf das Leid von Christen hinzuweisen. Aber öffentliche US-Solidarität betrachten Christen im Orient mit gemischten Gefühlen - weil der schlechte Ruf der USA ihnen schadet. Umso dringender ist Europa mit seinem etwas besseren Ruf gefragt. Der alte Kontinent hat alle Chancen, Solidarität zu beweisen.
Till-Reimer Stoldt in Die Welt vom 20. April 2007 

Irak

Christen enthauptet

Die in Göttingen ansässige Gesellschaft für Bedrohte Völker (GfbV) berichtete jüngst über den Mord an einem 22jährigen Christen auf seinem Weg zur Arbeit. Einige Tage vorher ist ein 14jähriger in der Provinz Diala enthauptet worden. Anfang Oktober wurde in Mosul die enthauptete Leiche eines syrisch-orthodoxen Priesters gefunden. Am gleichen Tag ist ein Geistlicher in Bagdad bei Übergriffen gestorben. Nach Angaben der GfbV versuchen die Christen im Irak vor der brutalen Verfolgung aus dem Land in die Türkei zu fliehen. (s. www.der13.com)

Niederlande

Kein Bleiberecht für Christen

Wie die Zeitung „Der 13.“ (Nov. 06) berichtet, verfügte die niederländische Integrationsministerin am 19. Oktober, daß Homosexuelle aus dem Iran künftige mit einer Aufenthaltserlaubnis rechnen können. Gleichzeitig meinte der Pressepsrecher der Einwanderungsbehörde IND, der Verbleib christlicher Asylbewerder aus dem Iran sei noch „unklar“. Nach einem Moratorium der Ministerin würden sie bis Mitte Mai 2007 nicht abgeschoben. Bis dahin erwarte sie „weitere Angaben aus dem Außenminiterium“ über das Schicksal, das zum Christentum übergetretene Iraner bei ihrer Rückkehr erwarte. Medien berichteten, das Ministeriu wisse noch nicht genau, ob Konvertite auch dann gefährdet sind, wenn sie darauf verzichten, im Iran ihern christlichen Glauben in der Öffentlichkeit zu praktizieren. Berichten zufolge sollen Christen im Iran schwer gefährdet sein. (s. www.der13.com)

Wenig Hoffnung für Christen in der Türkei

CDU- Generalsekretär Ronald Pofalla hat sich in Ankara und Istambul über die Lage der Christen in der Tütkei informiert. Sie klagen über Einschränkungen der Religionsfreiheit. Die Hoffnung, die EU-Kandidatur werde ihnen mehr Rechte bescheren, hat sich bisher nicht erfüllt.

110 000 Christen leben in der Türkei, davon 55 000 Armenier und 20 000 Katholiken. Doch ihre Gemeinden existieren vor dem Gesetz gar nicht und sind ohne Rechte. Sie dürfen weder Immobilien besitzen, noch können sie Mietverträge abschließen oder Bankkonten führen. Vergeblich warten die christlichen Gemeinden bisher auf die seit Jahren angemahnte Reform des Stiftungsrechts. Damit könnten wenigstens die Eigentumsrechte der nicht-muslimischen Kirchen geregelt werden. Christliche Geistliche beklagen ein zunehmend feindseliges Klima. Im Februar 2006 wurde in Trabzon ein katholischer Priester ermordert. Anfang Juli ein Geistlicher in Samsun niedergestochen. Hintergrund beider Attentate scheint die wachsende Christenphobie in der Türkei zu sein, die auch von der islamisch geprägten Regierung geschürt wird. So warnte der Minister für Religionsfragen kürzlich vor den „subversiven Umtrieben“ christlicher Missionare, die, getarnt als Lehrer, Ärzte und Krankenschwestern, ihrem zersetzenden Werk nachgingen. Otmar Oehring, Menschenrechtsbeauftragter des katholischen Missionswerkes Missio, beklagt „massive nationalistische Indoktrination in den Schlen“ und „systematische Diskriminierung“ nicht-muslimischer Glaubensgemeinschaften. Die Regierung zeige keinen Willen, die Religionsfreiheit oder Menschenrechte zu erweitern. (Auszüge aus einem Bericht von Gerd Höhler in der Frankfurter Rundschau vom 4.8.06)

Schlüsselfrage für Afghanistan

Im Jahre 5 nach der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn erweist sich, daß die damals getroffene und gefeierte Vereinbarung für das Land am Hindukusch einige Fehler beinhaltete, die sich später in der Verfassung wiederfinden sollten. Zwar wurde in Afghanistan das Recht auf freie Religionsausübung verankert, nicht aber auch die Freiheit, den Glauben aufzugeben oder zu wechseln. Der "Abfall vom Islam" ist ein Kapitalverbrechen nach islamischem, angeblich göttlichem Recht, der Scharia. Und der afghanische Verfassungskompromiß sieht vor, daß kein darin verbrieftes Recht und Gesetz dem Islam widerspreche. Deshalb droht nun Abdul Rahman die Todesstrafe. Sein "Verbrechen": Der 41jährige Afghane konvertierte als Mitarbeiter einer christlichen Hilfsorganisation vor 15 Jahren vom Islam zum Christentum.
Der Fall ist geeignet, für Präsident Hamid Karsai zu einer pikanten Nagelprobe zu werden. Denn er muß am Ende das Todesurteil unterschreiben. Tut er es nicht, sieht sich der durchaus mächtige islamistische Anteil seiner Bevölkerung brüskiert. Unterschreibt er es, dürfte er die längste Zeit westliche und damit christliche Hilfe in Anspruch genommen haben. Denn es sind Christen, die ihn beschützen, Christen, die das Ausbreiten von Chaos und Anarchie in seinem Land verhindern, und es sind Christen, die für die notleidende Bevölkerung in den harten Wintern spenden. Rahman darf nicht sterben, sonst fällt Afghanistan zurück in die dunkle Zeit der Barbarei.
Die afghanischen Moslems sollten der Welt beweisen, daß sie auf dem Weg zu einer Gesellschaft sind, in der man zivilisiert und nicht mittelalterlich miteinander umgeht. Ob Rahman weiterleben oder sterben wird, ist zu einer Schlüsselfrage für Afghanistan geworden. Dietrich Alexander dieter.alexander@welt.de

Artikel erschienen in DIE WELT am Dienstag, 22. März 2006

Den Originaltitel „Mittelalter im Afghanistan“ haben wir ersetzt, weil wir der Bezeichnung für dieses Zeitalter als „die dunkle Zeit der Barbarei“ nicht zustimmen.

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